BIOGRAFIE DES KÜNSTLERS

Jean Uroz, Maler und Bildhauer - zu Beginn

Von Barcelona ins Zentrum der Welt

Jean Uroz kommt 1964 in Barcelona als viertes von fünf Kindern zur Welt. Seine Eltern, andalusische Arbeiter, verlassen Spanien jedoch kurz nach seiner Geburt, um sich auf der anderen Seite der Grenze in den französischen Pyrenäen niederzulassen; in Perpignan, einer Stadt, deren Bahnhof von Salvador Dalì einst als das "Zentrum der Welt und des Universums" bezeichnet wurde.

Das Kind, das von einer anderen Welt träumte

Jean Uroz wurde bereits als Maler geboren. Eine unbändige, existenzielle Berufung, die - trotz aller Hindernisse, welche ihm das Schicksal in den Weg stellen sollte - zum Ausdruck gebracht werden musste. Im Alter von fünf Jahren beginnt er heimlich, mangels Buntstiften, seine Finger in nasse Erde zu tauchen und damit zu zeichnen als wäre es Gouache. Später erlaubten ihm seine Eltern, sein Talent allmählich erkennend, die Türen des familiären Heimes zu bemalen. ​

In bescheidenen Verhältnissen gross geworden sucht und findet der einsame, schüchterne Schüler Jean Trost in seinen Erinnerungen an Spanien, wohin die Familie noch immer gelegentlich zurückkehrt (Gaudis Sagrada Familia wird ihn noch bedeutend prägen), aber auch in der Betrachtung religiöser Kirchenkunst oder der traumhaften, mehrfarbigen Fresken, die die Decke des Bahnhofes von Perpignan schmückten, als Hommage an Dali - welcher damit, wenn auch indirekt, sein erster künstlerischer Einfluss wird.

Schwierige Anfänge

Eine Berufung auf Pause

Bereits als Teenager weiss Jean Uroz, dass er ein Künstler ist, eine Leidenschaft für Kunstgeschichte hat, träumt er doch davon, die « School of Fine Arts » oder eine Schule für Konservierung und Restaurierung von Kunstwerken besuchen zu können. Doch die familiäre Lebensrealität ist eine ganz andere und so sieht sich Jean gezwungen, seinen Traum aufzugeben und stattdessen eine Ausbildung zum Bäcker anzutreten. 

Der Ruf der Kunst, stärker als alles andere

Im Jahr 1990, im Alter von 26 Jahren, hat Jean Uroz bereits eine erste Ehe und gefühlt ein ganzes Leben hinter sich. So beschliesst er, alles, Südfrankreich, seine Familie, seine Arbeit zu verlassen und in Paris seinen lang gehegten Traum zu verwirklichen. In der französischen Hauptstadt wird er sich zwei Jahre lang mit Gelegenheitsjobs durchschlagen um Geld für seine ersten Stunden Kunstunterricht zu sammeln.​

Jean Uroz und die Vereinigten Staaten

Von der Ausbürgerung über den Atlantik ...

Gegen Ende des Jahres 1992 wandert er, entschlossen und bereit, alles dafür aufzugeben, in die USA aus, wo er an der "Corcoran School of Arts and Design" in Washington DC sein Studium antritt und später auch erfolgreich abschliessen wird. Bereits kurz nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten beginnt er gierig, jedwede Kunstaustellung zu besuchen. Dabei durchdringen ihn die Washingtoner und New Yorker Museen und helfen ihm dabei, seine Vorlieben zu verdauen, zu entwickeln. Seine künstlerische Identität wird lebendig, seine Kunst nimmt Gestalt an. Die Künstler, die ihn zu jener Zeit und bis heute prägen und inspirieren, heißen Alberto Giacometti, Gustav Klimt, Hans Erni, Hieronymus Bosch, Hokusai, Lawrence Alma-Tadema, Salvador Dali, uvm.

... zu den ersten eigenen Ausstellungen

Zwei Jahre später schliesst sich Jean einem Kollektiv lokaler Künstler an, mit denen er seine ersten Ausstellungen organisiert. Die französische Botschaft in Washington DC, wo er Teilzeit arbeitet, sponsert dabei mehrere seiner Veranstaltungen. Entdeckung, Emotion, Erfolg: Die Arbeit von Jean Uroz wird von der Öffentlichkeit und den Kritikern sehr positiv aufgenommen. Der Maler und Bildhauer beginnt, in der Welt Washingtoner Galeristen sichtbar zu werden und sich zunehmend einen Namen zu machen.

Im Jahr 2000 wird er mit dem "Berthold Schmutzhart Award" und 2001 mit dem "Sculpture Department Best Achievement Award - Corcoran School of the Arts and Design" ausgezeichnet.

 

Die Begeisterung für Kunst " by Jean Uroz "

Zwischen 1999 und 2003 befindet sich Jean Uroz inmitten einer künstlerischen Explosion. Er arbeitet produktiv und stösst dabei auf Erfolg, beginnt seine Werke zu verkaufen und von seiner Kunst zu leben, stellt seine Gemälde und Skulpturen regelmässig aus und erschafft sich in Folge dessen ein weitreichendes Netzwerk. Seine Bekanntheit wächst und wächst.

Zugleich wird er nach Abschluss seiner Ausbildung an der «Corcoran School of Arts & Design» von der Hochschule beauftragt, in eben dieser Einrichtung die Kunst des Metallschweissens zu lehren.

 

Rückkehr nach Europa und ein neuer Anfang

Die Unvorhersehbarkeit des Lebens

Im Jahr 2002 unterbricht ein einschneidendes Ereignis - die Diagnose des Autismus’ seines Sohnes - brutal den Start der noch jungen, nordamerikanischen Karriere. Fast zwei Jahre lang widmen Jean Uroz und seine Frau sich mit bedingungsloser Liebe quasi rund um die Ihr den für ihren Sohn notwendigen Therapien sowie der Erziehung ihrer Tochter, was Jean’s Kreativität und künstlerische Produktion brutal bremst.

Von Washington in die Schweiz, Trauer und Wiedergeburt

2003 verlässt die gesamte Familie Uroz die USA, um sich in der Schweiz, dem Herkunftsland seiner Frau, niederzulassen. Dies mit dem Ziel, ihrem Sohn die bestmögliche Unterstützung zu bieten und zugleich den jeweiligen Familien wieder näher zu sein. Jean Uroz fängt wieder bei null an, in einem für ihn beinahe fremden Land, in dem er selbst ein Unbekannter ist.

Der Künstler, Maler und Bildhauer mietet 2005, 2 Jahre nach seiner Rückkehr in Europa,  seine erste eigene, offizielle Räumlichkeit, die «Z Galerie», in Marin bei Neuenburg. Dort nimmt er  von Neuem seine Lehr- und Ausstellungsaktivitäten auf, insbesondere für junge Künstler aus der Region. Seine ersten persönlichen Ausstellungen in der Westschweizer Wahlheimat sind intim und reduziert auf wenige Werke, Gemälde und Skulpturen,  von ihm auch „Orgas“ genannt, da er seine Metallskulpturen bevorzugterweise mit schlanken und organischen Charakteren verbindet. Nach und nach gewinnt Jean sein Selbstvertrauen zurück, als Künstler erfährt er neue Impulse, wird wiedergeboren, als er zu seinem kreativen Prozess zurückkehrt.

Erfahrungen sublimierten in Inspirationsquellen

2013 zieht die Galerie nach Hauterive, ebenfalls im Kanton Neuenburg, und verwandelt sich in «Studio Z». Jean Uroz unterrichtet dort weiterhin, mit zunehmendem Erfolg, einem vielfältigen Publikum und verfügt über ein großes Studio, für ihn ein Ort der Zuflucht, der Inspiration und Freiheit, in dem der Künstler seine persönliche Arbeit und seinen Stil entwickeln kann.

Die in diesen komplexen und schwierigen Jahren gesammelten Erfahrungen fliessen in wichtige Inspirationsquellen ein, die seine Arbeit in Vergangenheit und Gegenwart nähren – insbesondere jene zwischen 2003 und 2009 entstandenen Skulpturen, die in purer Emotion Gestalt annahmen, inspiriert von den Tiefen seines Wesens sind diese Werke rauester und ungeschminkter Ausdruck seiner Persönlichkeit, sensibel und lebendig geschunden.

In der Schweiz die Entdeckung der Gelassenheit

Mit den Jahren kommt die Gelassenheit. Allmählich wird die Arbeit des Künstlers reflektierter und weniger reaktiv. Jean Uroz, gut in seinen Fünfzigern angekommen, begegnet seiner Arbeit nun aus einer anderen Perspektive: Sein künstlerisches Schaffen entwickelt sich zu einer tiefen Reflexion über sich selbst, das Leben, die Menschheit und das, was wir zurücklassen. Ein Testament für das Leben.

Genesis von Jean Uroz überarbeitet

Das Buch Genesis, Michelangelo und alle Künstler, die ihn geprägt haben, begleiten ihn nun in dem neuen Hauptwerk, das er sich selbst auferlegt hat: der vollständigen Neuinterpretation der Fresken und Themen der Sixtinischen Kapelle in Rom. Jean Uroz widmet diesem massiven und ehrgeizigen Projekt viel Zeit und geht davon aus, dass insgesamt zehn Jahre erforderlich sein werden, um seine Vision in ihrer Gesamtheit wiederherzustellen.

Ein Künstler abseits der ausgetretenen Pfade

Schon früh verfolgt Jean Uroz eine Karriere der besonderen Art, abseits der klassischen künstlerischen Wege. Der Mensch in ihm hat akzeptiert, dass das Leben ihn auf einen anderen Weg führte, der Künstler in ihm hingegen malt und modelliert weiterhin - und wird es auch weiterhin tun ; weil die Schöpfung für sein Gleichgewicht wesentlich ist und er das Teilen seiner Werke mit seinem stets treuen Publikum über alles liebt.

"Meine Bilder sind ein bisschen meine Kinder"

Jean Uroz beherrscht gerne den gesamten kreativen Prozess, zu dem auch die Anordnung seiner Werke innerhalb der Ausstellungen gehört. Er mag es, den Besuchern eine Geschichte zu erzählen, indem er die Route, der sie folgen, sehr detailliert vorbereitet und beispielsweise Zubehör hinzufügt, das mit in die Werke einfliesst. Während der Ausstellung über Märchen, einer Serie mit dem Titel "Es war einmal ...", wollte der Künstler seine Werke hervorheben, indem er Füllhörner aus Süßigkeiten, Bonbons und anderen Leckereien sowie Blumen hinzufügte. Nach den Ausstellungen schätzt er es, die verkauften Gemälde oder Skulpturen persönlich auszuliefern, vor Ort mit dem/der Käufer/-in den idealen Standort zu besprechen und letztlich einen privilegierten Moment zu teilen. Der Künstler sieht in jedem seiner Werke einen Teil von sich selbst und muss daher jeden Käufer und jede Käuferin persönlich kennen.

Vor allem ein freier Künstler

Dieser Luxus ist der des unabhängigen Künstlers - frei - ohne kommerzielle Einschränkungen oder Verpflichtungen, die ihn an eine Galerie binden würde.

Jean Uroz wehrt sich dagegen, den Verzicht dieser Grundfreiheit in Betracht zu ziehen. Er stellt grundsätzlich nur an Orten aus, die den kreativen Ansatz des Künstlers wirklich verstehen und unterstützen, und sucht derzeit nach dem idealen Ort, um sein aktuelles Projekt, seine Eigeninterpretation der Genesis, vorzustellen. Die Idee: Eine Ausstellung, welche er über 6 Jahre in drei Einheiten aufteilen wird, mit einer ersten Ausstellung, erwartet zwischen 2021 2022. Vielleicht in einer Kirche?

BERUFLICHEN LEBENSLAUF

2010 - heute

Lehrer (Malen, Zeichnen und Mischtechnik) im Studio Z und im "Club der Freunde der Malerei" in Neuenburg

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2011 bis 2013

Kunstlehrer an der St.George's International School in Neuchâtel

2003 - heute

Unabhängiger Maler und Bildhauer

2000 bis 2003

Schweißlehrer an der Corcoran School of Art

2000

Zertifikat der Corcoran School of Art

Washington DC, USA

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